Mantus

Refugium

VÖ:29.04.2016

Artikel-Nr: TRI 543

Genre: Gothic / Metal

Label: Trisol

Herkunft: Köln

Das brandneue Studioalbum des Kölner Bandprojekts um Martin Schindler.

Produktinfo:

Wegsehen ist einfacher als hinsehen. Verdrängen einfacher als umdenken. Bedauerliche Wahrheiten wie diese haben aus der Welt einen unschönen Ort gemacht, aus der Menschheit ein vor Missgunst, Wut und Eifersucht wucherndes Geschwür. Sie bereiten aber auch den Nährboden für Künstler wie ihn: Martin Schindler, ein ganz eigener Untergangspoet in einer vor Apokalyptik nur so strotzenden Musik. Ein Getriebener wie er bleibt nicht unberührt vom Wahnsinn der Welt. Weil er nicht wegsieht. Weil er nicht verdrängt. Einfacher macht es das natürlich nicht. Aber es führt mit jedem neuen Mantus-Album zu einer eruptiven Katharsis.
Nach der eher in sich gekehrten Welt des wunderbaren Vorgängers ‘Melancholiaʼ bricht sich auf ‘Refugiumʼ vieles in ungewohnter Intensität Bahn. Mantus unter dem Brennglas, könnte man dazu auch sagen. Wie nie zuvor in der Karriere der rastlosen Gothic-Ikone sind die Themen regelrecht entzwei gerissen, schizophren in ihrer oszillierenden Bewegung zwischen Introvertiertheit und Extrovertiertheit.
Was Martin Schindler daraus musikalisch macht, ist nicht weniger als eine Sensation. Der archetypische und verehrte Mantus-Sound zwischen düsterrockiger Wucht und elegischer Sehnsucht reizt die Pole so sehr aus wie nie und bringt einige der stärksten, eindringlichsten und bewegendsten Kompositionen hervor, die Mantus in den bald 20 Jahren ihrer Existenz jemals erschaffen haben. Wenn Martin Schindler etwa, wie in ‘Schandeʼ, mit Nationalstolz und Pegida abrechnet, dann hat das etwas zutiefst Kämpferisches, aber zugleich Überlegenes. Ähnlich intensiv ist dieses Bollwerk von einem Song namens ‘Welt in Flammenʼ, das uns den Irrsinn des immer alltäglicher werdenden Terrors in der Welt vor Augen führt.
Deutlich, direkt und persönlich wie nie rechnet Martin Schindler ab. Er begibt sich jedoch nicht auf einen blinden Rachefeldzug, sondern schreibt und singt sich das von der Seele, das so schwer auf ihr wiegt. Dass er sich dazu entschieden hat, die Nummer ‘Traurig bin ich sowiesoʼ von Bettina Wegner im Mantus-Gewand neu zu interpretieren, darf wie ein übergeordneter Gedanke gewertet werden: Mehr denn je berichtet „Refugium“ vom Kampf gegen alles Schlechte, aber eben auch von der Aufgabe. Der Resignation. Ironischerweise sind es jedoch gerade Alben wie diese, die als flammendes Manifest gegen die Selbstaufgabe ankämpfen. Das macht Mantus im Jahr 2016 wertvoller denn je.

Tracklisting:
Ouvertüre, Zwischen den Nächten, Niemals genug, Das Wunder des Lebens, Schande, Kampf der Kulturen, Süßes Gift, Gefangener, Traurig bin ich sowieso, Schließ die Augen, Welt in Flammen, In die Wirklichkeit, Refugium

Verfügbare Editionen

Format Kat. Nr. EAN PC
CD TRI 543 4260063945434 Y75